Cookies auf der SKF Webseite

Wir von SKF verwenden Cookies auf unserer Website, um die angezeigten Informationen optimal auf die Interessen der Besucher abzustimmen, wie z. B. auf die bevorzugte Länder- oder Sprachwahl.

cookie_information_popup_text_2[78]

Auswahl eines geeigneten Schmierfetts

Performance and operating conditionsBearing type and arrangementBearing sizeLubricationOperating temperature and speedBearing specificationBearing executionSealing, mounting and dismounting

Auswahl eines geeigneten SKF Schmierfetts

Das SKF Sortiment an Wälzlager-Schmierfetten umfasst viele Fettsorten und deckt damit nahezu alle für Fettschmierung infrage kommenden Lagerungsfälle ab. Die Schmierfette wurden nach den neuesten Erkenntnissen der Wälzlagerschmierung entwickelt. Ihre Qualität wird von SKF laufend überwacht.
Auswahl anhand von LubeSelect und der SKF Schmierfett-Auswahltafel
Im SKF Schmierfett-Auswahlprogramm SKF LubeSelect das online zur Verfügung steht, sind alle SKF Schmierfette mit ihren wichtigsten Auswahlparametern aufgeführt. Das Softwareprogramm SKF LubeSelect ermöglicht die Schmierfettauswahl auf der Basis allgemein üblicher Auswahlregeln, die von SKF Schmierstoffexperten sorgfältig erarbeitet wurden.

Die SKF Schmierfett-Auswahltafel [PDF] enthält ebenfalls alle SKF Schmierfette und berücksichtigt neben den wichtigsten Auswahlparametern, wie Temperatur, Drehzahl und Belastung, grundlegende zusätzliche Leistungsdaten bei der Schmierfettauswahl.

Kennzeichnung der Eignungsbereiche für Temperatur, Drehzahl und Belastung

Die Kennzeichnung der Schmierfett-Eignungsbereiche für die Betriebstemperaturen enthält Tabelle 1, für die Betriebsdrehzahlen Tabelle 2 und für die Lagerbelastungen Tabelle 3.

Konsistenz

Die Konsistenz gibt die Steifigkeit eines Fetts an. Schmierfette werden nach der vom National Lubricating Grease Institute (NLGI) eingeführten Klassifikation in Konsistenzklassen eingeteilt. Als Schmierfette für Wälzlager kommen hauptsächlich Metallseifenfette der NLGI-Konsistenzklassen 1, 2 und 3 infrage. Die gebräuchlichsten Schmierfette gehören der Konsistenzklasse 2 an.

Mechanische Stabilität

In umlaufenden Lagern wird das Fett mechanisch bearbeitet, was eine Veränderung der Konsistenz zur Folge haben kann. Die Widerstandsfähigkeit gegen Konsistenzveränderungen ist als mechanische Stabilität des Fetts bekannt und wird in den genormten Tests ASTM D217 und/oder ASTM D1831 gemessen. Fette, die bei höheren Temperaturen weich werden, können aus dem Lager austreten. Fette, die bei tieferen Temperaturen zu steif werden, behindern das Abrollen der Wälzkörper oder scheiden zu wenig Öl ab. Bei Schmierfetten, die für die Schmierung von Wälzlagern verwendet werden, sollte sich die mechanische Stabilität innerhalb des jeweiligen Temperatur-Anwendungsbereichs nicht allzu sehr ändern. 

Korrosionsschutz

Für Lagerungen, in die Wasser oder Feuchtigkeit eindringen kann, müssen die Schmierfette spezielle Korrosionsschutzeigenschaften haben. Die Wirksamkeit des Korrosionsschutzes hängt maßgeblich von den Korrosionsschutzzusätzen und/oder dem Dickungsmittel ab. Die Wirksamkeit wird entsprechend dem EMCOR-Test (ISO 11007) eingestuft. Bei Lagerungen, die Wasser und/oder Feuchtigkeit ausgesetzt sind , sollte die Einstufung 0-0 lauten.

Die wichtigsten technischen Daten und Eigenschaften der SKF Schmierfette sind aufgeführt in der Tabelle SKF Wälzlagerfette – Technische Daten und Eigenschaften [PDF].

Temperatur-Anwendungsbereich – Das SKF Ampel-Konzept
Der Temperatur-Anwendungsbereich eines Schmierfetts wird hauptsächlich bestimmt durch die Art des Grundöls, des Dickungsmittels und eventuelle Zusätze. Die wesentlichen Temperaturgrenzen sind in Diagramm 1 schematisch als „doppelte Verkehrsampel“ dargestellt. Die Temperaturbereiche für die SKF Schmierfette sind in Diagramm 2 zu finden.
  • Der untere Temperaturgrenzwert (LTL) zeigt die Temperatur an, bei der das Anlaufreibungsmoment 1 000 Nmm und das Drehmoment 100 Nmm entspricht. Er wird mithilfe der Tieftemperatur-Drehmomentprüfung entsprechend ASTM D 1478 oder IP 186 ermittelt.

  • Der obere Temperaturgrenzwert (HTL) kennzeichnet die Temperatur, bei der das Schmierfett seine Konsistenz verliert und flüssig wird. Er ist bei den Seifenfetten durch den Tropfpunkt (DIN ISO 2176) vorgegeben.
Die unteren und oberen Temperaturgrenzwerte, die den grünen Bereich in Diagramm 1kennzeichnen, bei dem die Schmierfette die volle Schmierleistung erbringen, sind: :
  • der untere Grenzwert LTPL (Low Temperature Performance Limit) für die tiefste zulässige Betriebstemperatur, bei der das Schmierfett nach DIN 51817 noch eine ausreichende Menge Öl abscheidet. Die in Diagramm 2 aufgeführten LTPL-Werte für die SKF Schmierfette gelten für Rollenlager. Die LTPL-Werte für Kugellager liegen ungefähr 20 °C niedriger.

  • der obere Grenzwert HTPL (High Temperature Performance Limit) für die höchste zulässige Betriebstemperatur, der auf der SKF ROF Schmierstoffprüfung basiert.
In diesem Temperaturbereich ist eine zuverlässige Funktion des Schmierfetts zu erwarten und kann auch eine Aussage über die Fettgebrauchsdauer gemacht werden. Da aber die Definition dieses Temperaturbereichs nicht genormt ist, müssen die Angaben anderer Hersteller als SKF sorgfältig interpretiert werden.

Bei Temperaturen über dem oberen Grenzwert HTPL altert das Fett schneller. Deshalb sollten Schmierfette Temperaturen zwischen dem empfohlenen Grenzwert HTPL und dem oberen Temperaturgrenzwert HTL, also denen im gelben Bereich, nur kurzzeitig ausgesetzt werden.

Einen gelber Bereich gibt es auch für tiefe Temperaturen, d.h. für die Temperaturen zwischen den Grenzwerten LTL und LTPL. In diesem Bereich sind die Temperaturen so niedrig, dass das Schmierfett keine ausreichende Menge Öl mehr abscheidet. Die Größe des gelben Bereichs ist abhängig von der Fettsorte und der Lagerart. Schwerwiegende Lagerschäden sind zu erwarten, wenn die Betriebstemperaturen dauernd unterhalb des Grenzwerts LTPL liegen. Kurzzeitiger Betrieb in diesem Bereich (z. B. beim Kaltstart) sind im Allgemeinen nicht schädlich, da die erzeugt Reibungswärme die Lagertemperatur in den grünen Bereich anheben wird.

Weitere für die Auswahl eines Schmierfetts maßgebliche Leistungsparameter

Schmierbedingungen überprüfen und EP- und AW-Zusätze in Erwägung ziehen

Die Schmierbedingungen κ werden anhand der Grundölviskosität bewertet, wie in Schmierbedingungen – das Viskositätsverhältnis κ beschrieben. Bei Schmierbedingungen von κ < 1 werden EP (= Extreme Pressure) oder mit AW (= Anti-Wear) Zusätzen empfohlen.

EP- und AW-Zusätze auf Basis von Schwefel/Phosphor-Verbindungen sind die gebräuchlichsten Wirkstoffe, können sich aber ungünstig auf die Lagerlebensdauer auswirken. In Verbindung mit Feuchtigkeit, mit der stets zu rechnen ist, können sich Schwefel- und/oder Phosphorsäuren bilden, die aggressive chemische Reaktionen in den Wälzkontaktstellen auslösen. Da diese Reaktionen mit steigenden Temperaturen zunehmen, sollte bei Temperaturen über 80 °C ein Schmieröl mit EP/AW-Zusätzen nur nach sorgfältiger Prüfung eingesetzt werden. Tests haben ergeben, dass SKF Schmierfette auch über 80 °C bis zum empfohlenen Grenzwert für die höchste zulässige Betriebstemperatur HTPL eingesetzt werden können.

Sehr niedrige Drehzahlen

Wenn langsam umlaufende Lagerungen hohen Belastungen ausgesetzt sind (Tabelle 2), ist ein Fett festerer Konsistenz mit guten EP-Eigenschaften erforderlich. Das Dickungsmittel sollte zur Oberflächentrennung beitragen. Eine ausreichende Ölabscheidung sollte sicherstellen, dass im Betrieb Öl aufgefüllt wird.
Zusätze von Festschmierstoffen, wie Graphit oder Molybdändisulfid (MoS2), sollten bei Drehzahlkennwerten ndm < 20 000 mm/min. erwogen werden. SKF LGEV2 hat sich bewährt bei Werten bis zu ndm = 80 000.

Hohe und sehr hohe Belastungen

Bei hochbelasteten Lagerungen (C/P < 4) können die Berechnungen sehr kurze Schmierfristen ergeben, die eine kontinuierliche Nachschmierung oder Ölschmierung erforderlich machen. .

Mischbarkeit mit anderen Fetten

Die Mischbarkeit von Schmierfetten ist besonders dann zu beachten, wenn aus irgendwelchen Gründen auf eine andere Fettsorte übergegangen werden muss (Tabelle 4 und Tabelle 5). Werden unverträgliche Schmierfette miteinander gemischt, können unter Umständen Lagerschäden auftreten, da sich z. B. die Konsistenz stark ändert und das Schmierfett aus der Lagerstelle austritt. Zu beachten ist, dass Schmierfette mit PTFE-Dickungsmittel nicht mit anderen Fettsorten verträglich sind.

Mischbarkeit mit Konservierungsölen

Die Konservierungsöle, mit denen die SKF Lager behandelt werden, sind mit den meisten Schmierfetten verträglich, ausgenommen einige synthetische, fluorierte Schmierfette mit einem PTFE-Dickungsmittel, wie z. B. das Schmierfett SKF LGET 2. Bei Schmierfetten mit PTFE-Dickungsmitteln muss das Konservierungsmittel entfernt werden. Als Reinigungsmittel wird Waschbenzin empfohlen. Nach dem vollständigen Verdunsten des Reinigungsmittels ist das Lager sofort einzubauen und mit einem solchen Fett zu befüllen.

Beurteilung der Eignung von handelsüblichen Schmierfetten

Die Leistungsdaten von Schmierfetten anderen Anbietern als SKF sind zu beachten. Mithilfe von Diagramm 3 können Temperaturleistung und Fettgebrauchsdauer geschätzt werden. Gegebenenfalls sind die Hinweise zu den SKF Fetten zu berücksichtigen.

Schmiersysteme

Kontinuierliche Fettzufuhr kann mit automatischen SKF Schmierstoffgebern für Einzelschmierstellen oder für mehrere Schmierstellen erfolgen, z. B. mit SKF SYSTEM 24 oder SYSTEM MultiPoint.
Maßgeschneiderte automatische Zentralschmiersysteme, wie SKF MonoFlex, SKF ProFlex, SKF DuoFlex, SKF MultiFlex (Tabelle 6) und Lincoln Centro Matic, Quicklub und Dual Line erlauben die funktionssichere Schmierung mit bedarfsgerechten Schmierfettmengen.
Ausführliche Informationen über diese SKF Schmiersysteme sind zu finden unter → Schmierungskonzepte.
SKF logo